In den vergangenen Monaten habe ich mich sehr stark um das Thema Zero Waste im Business beschäftigt. Grund dafür war vor allem, dass ich ein Yogastudio in Bonn eröffnet habe und dies so müllfrei wie möglich gestalten wollte.  Zu 100% ist es mir nicht gelungen, aber ich habe dabei einige wertvolle Tipps für Unternehmen als auch für Privatpersonen gesammelt, die ich gerne mit euch  teilen möchte.

1. Wände streichen
Für das Streichen der Wände konnten wir natürlich keine gebrauchte Farbe nutzen, daher ist ein sehr großer Teil der Recherche in den Kauf der richtigen Farbe gegangen. Denn Farbe ist nicht gleich Farbe. Die meisten herkömmlichen Farben sind voller Lösungsmittel, Konservierungsmittel und Allergieauslösenden Stoffen – nicht gerade das was man an einem Ort der Wellness haben möchte. Mal abgesehen davon, dass diese Stoffe auch der Umwelt schaden und die Plastikeimer meist nicht recyclebar sind.
Es gibt eine Vielzahl von Farben als Alternative. Zum Beispiel Lehmfarben, Silikatfarben und Kalkfarben.
Ich habe mich letztendlich für Silikatfarben entschieden und war sehr zufrieden mit der Wahl. Schon beim Auftragen hat man den Unterschied zu herkömmlichen Farben gemerkt.

2. Gebraucht ist die Devise
So vieles das wir benötigen – sowohl im Unternehmen als auch Privat – liegt schon irgendwo bei irgendwem ungenutzt herum.
Vielleicht fragst du dich was das denn mit Zero Waste zu tun hat: wenn ich etwas neu kaufe, werden dadurch Ressourcen verbraucht. Kaufe ich gebraucht, werden Ressourcen gespart. Das ist auch Zero Waste; außerdem landet das gebrauchte Teil nicht auf dem Müll.
Für das Yogastudio habe ich die schönsten Dinge gebraucht gekauft, zum Beispiel einen wunderschönen Holz-Couchtisch, eine Bank für die Umkleide und Teppiche (nein das ist nicht fies, die kann man ja schließlich sauber machen ;))
So habe ich nicht nur Ressourcen geschont sondern auch meinen Geldbeutel.

Gebrauchte Möbel

3. Upcyclen
Wenn ich etwas gebraucht nicht finden kann, dann kann ich vielleicht etwas anderes Zweckentfremden?
So ist zum Beispiel das Schuhregal im Studio entstanden – aus einem alten Regal das auf dem Sperrmüll lag. Dafür haben wir (mein Verlobter ist der beste Helfer!) die Bretter vom Regal entfernt und neu zusammengesetzt, sodass ein Regal daraus entstand. Eine alte Palette haben wir bemalt, an die Wand geschraubt und mit einem Brett versehen und schon wurde daraus eine Theke.
Und vieles mehr ist natürlich möglich! Außerdem macht es unglaublich viel Spaß seiner Kreativität keine Grenzen zu setzen 😉

4. Selber bauen
Bevor man etwas neu kauft, kann man es vielleicht stattdessen selbst bauen. Das spart oft viele Transportwege (wenige Dinge werden an nur einem Ort hergestellt) und man hat absolute Kontrolle über das Material. Für die Yoga-Hilfsmittel musste ein Regal mit seltsamen Maßen her, das ich gebraucht nirgendwo etwas passendes finden konnte, war Selber bauen die nächste Option:
Aus einem einzigen Stück Holz ist so mit vorsichtiger Planung ein Regal entstanden ohne Restabfälle.

5.Fragen kostet nichts und spart viel Müll!
Es blieb nicht aus, dass ich ein paar Dinge bestellen musste für das Studio. Nach langer Recherche habe ich mich für ein paar Online Versandhändler entschieden. Bevor ich jedoch bestellt habe, habe ich immer nachgefragt wie versendet wird und alle Werbung, unnötiges Verpackungsmaterial usw. abbestellt – in den meisten Fällen mit Erfolg 🙂

6. Konsequent sein
Für manche Dinge hat Zero Waste gar nicht funktioniert, zum Beispiel für das Drucken von Visitenkarten. Lange haben wir überlegt, ob es wirklich notwendig ist. Aber da wir sehr oft nach Karten o.ä. gefragt wurden haben wir uns letztendlich doch dazu entschieden. Statt das nächstbeste Angebot zu nutzen habe ich recherchiert welchen Anbieter man ruhigen Gewissens an die Druckarbeit lassen kann. Worauf man vor allen Dingen achten sollte ist: das 100% Recyclingpapier verwendet wird,  dass der Druckbogen vollständig genutzt wird (und so keine Restabfälle entstehen), auf die Farben und Zusatzstoffe die verwendet werden und mit welchem Strom gearbeitet wird.

Auch für andere Materialien lohnt sich die Recherche um lokale Produkte in Bioqualität auszuwählen, Für das Studio waren das zum Beispiel die Yogahilfsmittel, die alle in Deutschland hergestellt wurden

Manchmal ist es außerdem notwendig, dass etwas handschriftlich festgehalten werden muss – im Studio ist das selten, aber tritt der Fall doch einmal ein so nutzen wir ausschließlich Schmierpapier, z.B. die Rückseite von Briefen u.ä.

7. Digital statt analog
Sehr vieles kann heutzutage Digital abgehandelt werden, man spart so vor allem Papier und Druckertinte.
So haben wir uns zum Beispiel für ein Online Buchungssystem entschieden statt jeden Kunden ein Anmeldeformular ausfüllen zu lassen.
Aber auch Verträge, AGBs usw. lassen sich mittlerweile digital unterschreiben.

8. Lokal statt Entfernung
Wir leben in einer Zeit in der wir vergessen haben, was es bedeutet in ein Geschäft zu gehen und dort etwas regional produziertes zu kaufen. Das ist schade, denn der Transport ist für die Umwelt von enormen Ausmaß. Besser ist es lokal einzukaufen und so kleine Unternehmen zu unterstützen

9. Unterstützen von Nachhaltigkeit
Mit dem Einkauf von nachhaltigen Produkten endet unsere Verantwortung für den Planeten nicht. Wir können es noch weiter führen in dem wir Nachhaltigkeit unterstützen. Jeder kann für sich entscheiden wie weit er gehen möchte. Privat engagiere ich mich für die Zero Waste Initiative, mit dem Yoga Studio kann ich aber noch mehr Leute erreichen. So habe ich mich entschieden beide Leidenschaften miteinander zu kombinieren, dabei kommen die unterschiedlichsten Events heraus: Yoga + Müllsammelaktionen, Yoga auf Spendenbasis für unterschiedliche nachhaltige Projekte und und und 🙂

10. Nicht aufgeben
Es gibt Tage an denen die Welt grausam erscheint und an denen wir vielleicht denken, dass wir alleine nichts ausrichten können.
Aber das stimmt nicht, denn die kleinen Dinge summieren sich und jede einzelne nachhaltige Tat zählt.
Wer weiß wen wir mit unseren Taten inspirieren und was daraus wächst.
Also gib nicht auf und bleib dir selbst und deinen Prinzipien treu.

Wer mehr zum Studio erfahren möchte oder es sich mal persönlich anschauen möchte:
www.redwoodyoga.de
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